Tier vermisst/Tier gefunden

Mittwoch, 22.Juni 2016 um 9:22 Uhr, bisher keine Kommentare

Vor kurzem war meine liebe Katze Lolly 14 Tage lang verschwunden. Im Verlauf der Suche bin ich in Kontakt mit vielen anderen Tierbesitzern gekommen, die ihre Tiere vermissen und habe dabei festgestellt, dass sowohl die Besitzer vermisster Tiere als auch die Finder verlorener Tiere häufig nicht wissen, wie sie sich verhalten und mit der Situation umgehen sollen.
Daher fasse ich hier einmal die wichtigsten Punkte zusammen, die zu beachten sind, wenn man ein Tier vermisst oder findet.

Tier vermisst

Kommen wir zuerst zu der Frage, was kann ich tun, wenn ich mein Tier vermisse?
Die Ursachen hierfür können vielfältig sein; die Wohnungskatze ist durch die kurzzeitig offen stehende Tür ins Freie gefitscht, der Freigänger kommt plötzlich nicht mehr wieder heim oder den Hund hat beim Gassi gehen der Jagdtrieb übermannt und seitdem ward er nicht mehr gesehen.
Wie kann ich als Halter nun meine Chancen optimieren, mein Tier wiederzufinden?

1. Vorbeugen

Tierhaltern sollte bewusst sein, dass es jedem von uns zu jeder Zeit passieren kann, dass uns ein Tier entläuft, völlig gleichgültig, wie gut wir auch aufpassen.
Daher ist die wichtigste Vorsorge, die man als Halter treffen kann, die Kennzeichnung des Tieres.
Egal, ob Wohnungskatze, Freigänger oder Hund – jedes Haustier sollte gekennzeichnet werden.
Am besten ist es, wenn das Tier sowohl gechipt als auch tätowiert ist. Das Tattoo zeigt selbst dem uninformiertesten Finder, dass dieses Tier einen Besitzer hat und selbst wenn das Tattoo verblasst und unleserlich ist, ist damit klar, dass das Tier jemandem gehört und daher als Fundtier gesehen werden muss, nicht als Streuner.
Der Chip ist dann wichtig, weil er einfach besser und länger lesbar ist als das Tattoo. Ein Tattoo verblasst und verwischt, der Chip nicht. Jedes Tierheim und jeder Tierarzt, dem ein Fundtier gebracht wird, liest als allererstes den Chip aus, um so den Besitzer herauszufinden.
Ganz wichtig: das Tier nur kennzeichnen zu lassen, reicht nicht aus! Damit Sie sofort benachrichtigt werden, wenn Ihr Tier gefunden wird, sollten Sie es auf jeden Fall bei TASSO registrieren! Die ehrenamtlichen Helfer von TASSO werden vom Tierheim oder Tierarzt als allererstes informiert, wenn sie Fundtiere hereinbekommen.

2. Handeln

Wenn Ihr Tier verschwunden ist, handeln Sie am besten sofort, denn je länger Sie Ihr Tier nicht sehen, desto weiter weg kann es sein.
Zuallererst sollten Sie TASSO vom verschwinden Ihres Tieres informieren und auf ihrer Seite eine Suchanzeige aufgeben. Für Katzenhalter ist in diesem Zusammenhang auch die Seite http://www.tierschutzverzeichnis.de/ interessant.
Fordern Sie bei TASSO auch Suchplakate an – diese werden Ihnen kostenlos zugeschickt.

TASSO_Suchplakat_168936

Bei Hundehaltern hat es häufig Sinn, zu der Stelle zurückzugehen, an der Sie den Hund das letzte Mal gesehen haben – Hunde folgen oft ihrer eigenen Spur zurück und warten dann auf ihren Halter.
Für Katzenhalter ist es ganz wichtig, auch in der Nachbarschaft zu klingeln und in Garagen/Gartenlauben/Keller/Kaminschächte zu schauen. Wiederholen Sie dies auch ein paar Tage später nochmal, da Katzen häufig erst auf sich aufmerksam machen, wenn sie merken, dass sie nicht von allein wieder herauskommen.

Wichtig ist, dass sie keine Belohnung auf das Finden Ihres Tieres aussetzen. Dies öffnet Betrügern Tür und Tor, ein Tierfreund hilft unentgeldlich. Natürlich steht es Ihnen frei, dem Finder, sollte es einen geben, eine Belohnung zu geben, wenn Sie Ihr Tier wieder in Händen halten, aber kündigen Sie diese keinesfalls vorher an.
Auch ist es ratsam, nicht die eigene Telefonnummer anzugeben, sondern die von TASSO. Wenn Betrüger eine offizielle Telefonnummer anrufen müssen, überlegen sie es sich oft lieber noch einmal.
Es ist traurig, dass so etwas nötig ist, aber Betrüger bereichern sich leider oft am Leid anderer Menschen.

Suchen Sie nicht nur tagsüber, gehen Sie auch nachts auf die Suche. Am besten eignet sich eine Zeit zwischen 2 und 4 Uhr nachts, dann ist es dunkel und ruhig und die Tiere trauen sich eher aus ihrem Versteck. Rascheln mit der Leckerlidose oder ein bekannter Laut hilft ebenfalls.
Ist das Tier nach einigen Tagen noch nicht wieder zurück, erweitern Sie den Suchradius und hängen Suchplakate auch in der weiter entfernten Umgebung (1-2km) vom Haus auf.
Teilen Sie das Suchplakat auch auf diversen Internetplattformen und setzen Sie eine Anzeige in der Zeitung auf. Je mehr Menschen bescheid wissen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass das Tier gefunden wird. Außerdem halten viele Plakate auch unehrliche Finder dazu an, das Tier zurückzugeben, da sie sonst das Risiko eingehen, dass das Tier von anderen erkannt wird. Sparen Sie also nicht an Suchplakaten und Anzeigen, sorgen Sie dafür, dass jeder in der Stadt das Bild Ihres Tieres gesehen hat!

Und, am allerwichtigsten: geben Sie die Hoffnung nicht auf! Ich weiß, es ist schwer und vor allem auch unangenehm. Gibt man die Hoffnung auf, kann man abschließen, was viel leichter ist als ständig mit enttäuschter Hoffnung leben zu müssen. Dennoch, hoffen Sie weiter, es gibt Tiere, die fanden noch Jahre später zu ihren Familien zurück.

Tier gefudnen

Menschen, die selbst keine Tiere halten oder auch Tierhalter, deren Tier noch nie verschwunden war, haben sich meistens noch nie damit beschäftigt, wie zu verfahren ist, wenn sie plötzlich ein Tier vor sich haben, das ihnen nicht gehört.
Wenn das Tier offensichtlich verletzt ist, ist es für die Menschen einfacher, jeder weiß, wohin ein verletztes Tier zu bringen ist: zum Tierarzt.
Sagt man diesem Bescheid, dass man das Tier herrenlos gefunden hat, sucht der auch als allererstes nach einer Kennzeichnung und wenn diese vorhanden ist, werden die Besitzer schnellstmöglich informiert.

Was aber tun, wenn ein Tier vor mir sitzt, was offensichtlich nicht verletzt ist, vielleicht etwas mager und struppig, aber putzmunter?
Es könnte ja genausogut ein armer Streuner sein, der Hunger hat und ein Zuhause sucht. Wie leicht gerät man da in Versuchung, dem armen Geschöpf Nahrung zu geben und es bei sich aufzunehmen? Und wie schnell übersieht man dabei, dass das Tier eventuell einen Halter hat, der verzweifelt nach ihm sucht?

Deshalb ist es ganz wichtig, ein Tier, welches man findet, zuallererst ins Tierheim oder zum Tierarzt zu bringen, auch dann, wenn es keine offensichtliche Kennzeichnung hat, sprich, nicht tätowiert ist. Der Tierarzt oder das Tierheim überprüft dann, ob das Tier gechipt und bei TASSO registriert ist und wenn das der Fall ist, hat das Tier einen Besitzer, der überglücklich sein wird, es endlich wieder in den Armen halten zu dürfen.
Auch, wenn das Tier nicht gechipt oder nicht bei TASSO registriert ist, nimmt das Tierheim eine Beschreibung des Tieres auf, um eventuell anrufenden Besitzern bescheid geben zu können.

Wenn man im näheren Umkreis seiner Wohnung schon einmal Suchplakate entdeckt hat, lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen und das Foto mit dem gefundenen Tier zu vergleichen. In diesem Fall kann man dem Tier Obdach bieten, bis man den Besitzer kontaktiert hat und dieser es abholen kommt.

Haben Sie das Tier bei sich im Garten gefunden und es lässt sich von ihnen nicht anfassen, geschweige denn einfangen, rufen Sie das Tierheim oder die Feuerwehr an. Diese haben Tierfallen und/oder ausgebildete Tierfänger zur Verfügung, mit deren Hilfe das Tierchen schnell eingefangen werden kann.

Wenn Sie kein Tier gefunden haben aber in Ihrer näheren Umgebung Suchplakate ausgehängt sind, sehen Sie in jedem Fall in Ihren Kellern/Gartenlauben/Garagen nach!
Auch, wenn sie es für unwahrscheinlich halten, dass dort ein Tier hineingefunden hat, es gibt immer Möglichkeiten, wie ein Tier seinen Weg findet. Kontrollieren kostet nichts, also sehen Sie nach. Eventuell ersparen Sie damit einem Tier viel Leid.

Niemals ist ein gefundenes Tier einfach anzufüttern und zu behalten. Dies zählt als Diebstahl und ist kein Kavaliersdelikt.
Wenn Sie sich ein Tier wünschen, gehen Sie zum – seriösen! – Züchter oder zum Tierschutz und kaufen Sie sich eines. Ein Tier, welches schon einen Besitzer hat, wird schmerzlich vermisst. Stellen Sie daher, wenn Sie ein Tier finden, unbedingt sicher, dass es keinen Besitzer hat, bevor Sie es bei sich aufnehmen.

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