Lasertherapie

Freitag, 18.März 2016 um 8:00 Uhr, bisher keine Kommentare

Was ist eigentlich Lasertherapie?

Der Laser ist ein sehr vielfältig nutzbares Therapiegerät, welches den Zellstoffwechsel anregt und die Produktion von ATP (Adenintriphosphat) um bis zu 150% steigert. Außerdem werden die kollagenen Fasern im Körper vermehrt. Dadurch heilen Wunden schneller und besser und die Zugfestigkeit von Wunden und Narben wird erhöht, wodurch die Narbenbildung reduziert wird.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Lasern: den Punktlaser und die Laserdusche. Der Punktlaser ist deutlich kleiner und arbeitet nur mit einer Diode.
Die Laserdusche ist ein größeres Gerät, das über mehrere Dioden (maximal 16) gleichzeitig verfügt, wodurch eine größere Fläche therapiert werden kann.
Größere Flächen sind auch mit einem Handlaser natürlich durchaus therapierbar, es dauert aber dann deutlich länger als mit einer Laserdusche.
Die Funktion ist bei beiden Geräten jedoch die Gleiche, mit dem Unterschied, dass mit dem Punktlaser auch die Akupunktur durchgeführt werden kann.

So sieht der punktuelle Handlaser aus

So sieht der punktuelle Handlaser aus

Indikationen

Wundheilung: Durch die Anregung des Zellstoffwechsels können Wundränder schneller geschlossen und die Haut besser nachgebildet werden. In so akuten Fällen sollte der Laser täglich angewendet werden.
Narbenentstörung: Narben stören den Energiefluss im Körper. Dies kann sowohl durch Akupunktur als auch durch eine Laserbehandlung behoben werden. Für diese Wirkung reicht eine einmalige Behandlung mit dem Laser aus.
Narbenbehandlung: Wird der Laser während der Wundheilung angewendet, bilden sich – wenn überhaupt – Narben schwächer aus. Auch ausgeheilte Narben können jedoch mit dem Laser elastischer und weicher werden. Für die Narbenbehandlung sollte die Lasertherapie 1-2 mal pro Woche angewendet werden.
Degenerative Skeletterkrankungen/Arthrose: Auch auf die Knochen hat die Lasertherapie einen positiven Einfluss. Sie werden stärker, widerstandsfähiger und heilen besser. Allerdings wirkt der Laser nur auf der Oberfläche der Knochen und geht nicht hindurch.
Rheumatische Erkrankungen: Bei Rheuma kann durch die Lasertherapie eine Schmerzlinderung und auch eine Bewegungserweiterung erreicht werden.
Neurologische Erkrankungen: Auch die Nervenzellen werden durch den Laser angeregt, was die Symptome neurologischer Erkrankungen mildern kann.
Akupunktur: Die Akupunktur kann mit einem Laser ebenso durchgeführt werden, wie mit Akupunkturnadeln. Nachteile hierbei sind, dass die Behandlung länger dauert und der Laser nicht so tief wirkt wie Nadeln, weshalb für einen Effekt, der bei einer Nadelbehandlung nur eine Sitzung erfordern würde, eventuell zwei Sitzungen vonnöten sind. Der Vorteil ist allerdings, dass das Tier von dem Laser nichts spürt, was gerade nervöse und scheue Tiere zu schätzen wissen. Wenn Sie also ein Tier haben, welches generell schlecht auf Nadeln reagiert, ist es ratsam, auf die Akupunktur mit dem Laser auszuweichen.

Damit die Therapie Wirkung zeigt, muss der Laser Kontakt zur Haut haben.

Damit die Therapie Wirkung zeigt, muss der Laser Kontakt zur Haut haben.

Kontraindikationen

Nicht angewendet werden sollte der Laser bei Trächtigkeit des zu behandelnden Tieres lokal (also am Bauch) und bei Tumoren oder Wachstumsfugen an der jeweiligen Stelle.
Da der Zellstoffwechsel angeregt wird, kann sonst beispielsweise ein Tumor sich schneller vergrößern oder eine Wachstumsfuge verknöchern, was dem Tier das richtige Wachstum erschweren würde.
Generell sollte die Lasertherapie, ebenso wie alle anderen Therapien, in denen mit Licht gearbeitet wird, nicht bei Tieren mit Epilepsie angewendet werden, da sie sonst einen Anfall hervorrufen könnte.
Klären Sie diese Aspekte vor der Lasertherapie daher immer mit Ihrem Tierphysiotherapeuten ab, wenn dieser nicht sowieso schon von sich aus vor der Therapie danach fragt.

Fazit

Die meisten Tiere reagieren gut auf die Lasertherapie, da der Laser keine spürbaren Impulse wie Kribbeln oder Kneifen verursacht, die die Patienten erschrecken oder ihnen unangenehm sein könnten.
Daher kommt es bei dieser Therapie nur selten zu Schwierigkeiten, was die Mitmachbereitschaft der Patienten angeht.
Im Eigenversuch habe ich festgestellt, dass Wunden unter der Behandlung mit dem Laser nicht nur schneller heilen, sondern die Haut auch fester nachwächst, statt wie normalerweise erst nur eine dünne Schicht über der Wunde zu bilden. Dadurch werden die Schmerzempfindlichkeit an der betroffenen Stelle und auch das Risiko, die Wunde wieder aufzureißen, reduziert.
Die Lasertherapie ist also durchaus eine gute unterstützende Maßnahme zur Wundheilung, welche eine hohe Akzeptanz bei Tieren aufweist.
Ich selbst biete jedoch nur die Therapie mit dem Punktlaser an, da mit ihm dieselbe Wirkung erzielt werden kann, wie mit der Laserdusche – wenn auch langsamer – und die reine Zeitersparnis den großen Kostenunterschied, welcher die Behandlungen auch wieder teurer machen würde, einfach nicht rechtfertigt.

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