Futterumstellung der Katze

Freitag, 11.März 2016 um 13:16 Uhr, bisher keine Kommentare

Es ist ein Fakt – es gibt Futter, das einfach gesünder ist als anderes.
Genau wie bei uns Menschen auch, kann auch die Gesundheit der Tiere leiden, wenn sie häufig ungesundes Futter bekommen.
Gerade bei Katzen steht der Halter hier aber oft vor einem Problem: was tun, wenn die Katze kein gesundes Futter fressen will?

Es gibt Katzen, bei denen helfen einfach alle Tricks nicht. Sie hungern lieber, als gesundes Futter zu fressen und das bereitet der Katze beim Umstellungsversuch großen Stress.
Ganz wichtig für die Halter solcher Katzen ist: niemals! die Katze länger als 18 bis maximal 24 Stunden hungern lassen. Katzen haben einen sehr empfindlichen Stoffwechsel und können bereits nach einem Tag hungern an Fettleber (Steatosis hepatis) erkranken.
Daher muss bei der Umstellung solcher Katzen mit viel Geduld und Ideenreichtum vorgegangen werden, statt eisenhart „sie bekommt so lange nichts, bis sie frisst, was ich ihr vorsetze“ zu sagen.

Um diese Art von Katzen geht es in diesem Beitrag: so eine habe ich hier nämlich (gehabt).
Ich hatte alle Tipps, die mir im Laufe der Zeit zugetragen wurden, ausprobiert – und das waren einige – aber nichts hat geholfen: Lolly fraß nichts anderes als Trockenfutter.
Ich begann ernsthaft zu glauben, meine Katze sei einfach nicht umstellbar.
Sprüche aus diversen Foren wie „man kann jede Katze umstellen“ und „du hast es einfach nicht genug versucht“ haben mich sehr wütend gemacht. Ich war der Meinung, wirklich alles versucht zu haben und fühlte mich durch diese von oben herab getätigten Aussagen beleidigt.
Als ich jedoch in der Ausbildung lernte, was schlechtes Futter für Auswirkungen haben kann, beschloss ich, einen allerletzten Umstellversuch zu wagen. Es dauerte fast ein halbes Jahr, aber letzten Endes habe ich die Diskussion gewonnen: Lolly frisst endlich Nassfutter.
Ich möchte allen hoffnungslosen Katzenhaltern hiermit eine kleine „Anleitung“ geben, wie Sie es versuchen können, Ihre Katze doch auf gesundes Futter umzustellen:

Ganz wichtig ist, dass Sie im Blick haben, dass wirklich die Katze, die Sie umstellen wollen, das Futter frisst, was Sie ihr vorsetzen.
Da es für die Katze recht stressig ist, wenn Sie wie auf dem Sprung neben dem Napf stehen bleibt, während sie frisst, empfielt sich gerade bei Mehrkatzenhaushalten, dafür zu sorgen, dass wirklich nur diese Katze an das Futter kommt.
Es gibt Leute, die sich eine Art „Futterschrank“ gebaut haben: ein Schrank, in den ein Loch gesägt und eine chipgesteuerte Katzenklappe eingebaut wurde. Da meine Lolly jedoch sehr scheu ist, hat sie diesen Schrank nicht durch die Klappe betreten wollen.
Ich bin daher auf eine andere Alternative ausgewichen, die etwas kostspieliger, aber für scheue Katzen definitiv eher zu empfehlen ist als eine chipgesteuerte Katzenklappe, nämlich ein chipgesteuerter Futterautomat.
Und der sieht dann so aus:

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Wenn die Katze ihren Kopf hineinsteckt, erkennt der Automat ihren Transponder-Chip und öffnet sich nur für sie. Durch das vorhandene Trainingsprgramm ist er auch für scheue Katzen geeignet.
Wenn Sie sichergestellt haben, dass nur die umzustellende Katze an das Futter herankommt, kommen Sie zum schwierigen Teil: das Futter untermogeln. Dazu nehmen Sie anfangs winzigste Mengen vom neuen Futter und mischen diese unter das Altbekannte. Wenn die Katze schon Nassfutter frisst und „nur“ auf besseres Nassfutter umgestellt werden soll, können Sie von Anfang an mit Mengen von etwa einem Teelöffel arbeiten und diese untermischen. Bei Katzen, die tatsächlich nur Trockenfutter fressen, ist das bereits zu viel. Hier sollte das neue Futter wirklich grammweise untergemischt werden.
Damit Sie nicht reihenweise Nassfutter wegwerfen müssen (so kleine Dosen, dass es bei diesen Mengen nicht schlecht wird, bevor es leer ist, gibt es nicht), empfiehlt es sich, das Futter nach Anbruch einzufrieren. Um dann bequem die Menge an Futter zu bekommen, die jetzt gerade benötigt wird, habe ich mir einen Trick aus dem Katzenforum abgeschaut: das Futter wird in einen Gefrierbeutel getan, darin dünn ausgerollt und eingefroren, so dass Sie problemlos die Menge abbrechen können, die Sie brauchen.

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Anschließend beginnen Sie mit dem Mischen: sollten Sie nicht wissen, wie viel Futter Sie Ihrer Katze bisher gegeben haben (gerade bei Trockenfutter, was immer zur Verfügung steht, kommt das oft vor), wiegen Sie die Portion ab, die Tagesempfehlungen des jeweiligen Futters stehen meist auf der Verpackung. Ich habe diese dann durch zwei geteilt und morgens und abends gefüttert.
Wenn Sie nun wissen, wie viel Futter Ihre Katze pro Mahlzeit bekommt, wiegen Sie ein Gramm Nassfutter ab und lassen es auftauen. Dann mischen sie es ordentlich unter das Trockenfutter, richtig um die Brocken herum, damit die Katze nicht am Nassfutter vorbeifressen kann. Sie können dafür Einmalhandschuhe benutzen oder sich danach einfach ordentlich die Hände waschen.
Frisst die Katze dieses Gemisch, geben Sie 2-3 Tage später zwei Gramm Nassfutter auf die gleiche Weise zum Trockenfutter. So steigern Sie den Nassfutteranteil alle 2-3 Tage um ein Gramm. Bei Nassfutter/Nassfutter-Umstellungen steigern Sie den Anteil des neuen Futters gegenüber dem Alten im selben Abstand je um etwa einen Teelöffel.
Wenn Sie merken, dass die Katze ab einer bestimmten Schwelle das Futter nur zögerlich frisst, warten Sie noch ein paar Tage, bevor Sie den Anteil weiter erhöhen, so lange, bis Ihre Katze das Gemisch wieder mit normalem Appetit frisst, dann steigern Sie weiter.
Sollte Ihre Katze an einem bestimmten Punkt das Futter gar nicht mehr fressen, gehen Sie wieder einen Schritt zurück zum letzten Punkt, an dem die Katze gefressen hat und lassen Sie sie diesen noch ein paar Tage verinnerlichen, bevor Sie erneut die Menge steigern.

So gut sollten Trocken- und Nassfutter vermischt sein. So gut sollten Trocken- und Nassfutter vermischt sein.

Diese schleichende Umstellung kann wenige Wochen oder mehrere Monate dauern, aber es lohnt sich! Die Gesundheit Ihres Tieres wird dadurch sehr positiv beeinflusst. Die Tiere können nicht für sich entscheiden, ob sie gesund leben wollen oder nicht.
Diese Verantwortung liegt bei uns als Haltern.
Ich weiß nicht, ob meine Katzen eines Tages überfahren werden oder trotz bestem Futter an CNI, Diabetes oder ähnlichem erkranken werden.
Aber sollte das jemals passieren, kann ich jedenfalls mit bestem Gewissen sagen, ich habe alles getan, was mir möglich war, um sie gesundzuerhalten.
Ich möchte mich nicht eines Tages fragen müssen, ob meine Katze noch leben würde oder noch gesund wäre, wenn ich mir früher mehr Mühe gegeben hätte, sie gesund zu ernähren.

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